Podiumsdiskussion Leipziger Buchmesse „1968 – Was war, was blieb, was kommt von den Frauen?“

Für die Diskussion „1968 – Was war, was blieb, was kommt von den Frauen?“ sprachen drei Frauen über Ihren Blick auf dieses Jahr und seine Folgen: Regine Elsässer, Mitbegründerin eines Frauenbuchladens und Übersetzerin, Maria Hummitzsch, ebenfalls Übersetzerin, sowie Alena Wagnerová-Köhler, deutsch-tschechische Publizistin, Soziologin und Autorin. Die Diskussion leitete Eva Douma.
 
Für einen ausführlichen Bericht zur Diskussion siehe auch: https://www.buecherfrauen.de/news-home/1905-1968-was-war-was-blieb-was-kommt-von-den-frauen/
 

15.03.2018, Leipziger Buchmesse, Podiumsdiskussion 

 

Für einen ausführlichen Bericht zur Diskussion siehe auch:

https://www.buecherfrauen.de/news-home/1905-1968-was-war-was-blieb-was-kommt-von-den-frauen/

 

Die 68er hatten auf ganz unterschiedliche Art Einfluss auf jeder dieser Frauen. Für Alena Wagnerová sind sie verwoben mit dem Prager Frühling. Regine Elsässer erlebte in Köln die ersten aufkeimenden Studentenproteste. Anfang der 70er, als die Frauenbewegung sich Gehör verschaffte, wurde sie aktiver Teil der Bewegung. Für Maria Hummitzsch, 1968 selbst noch nicht geboren, ist dieses Jahr stark verschlagwortet und eher mit den USA und dem dortigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verknüpft.

Für Hummitzsch, in Ostdeutschland aufgewachsen, war der Bruch der Generationen nicht so präsent. Ihre Mutter hatte als alleinerziehende Landärztin eine starke Vorbildrolle. Für Elsässer war das ganz anders, da die Frauengeneration ihrer Mutter eher Hausfrauen waren. Im Zuge des Kampfes für mehr Rechte hat die Töchtergeneration viel erreicht. Allerdings steht vieles, was damals erkämpft wurde, heute wieder zur Debatte. Die Frauenbewegung ist, wird in der Diskussion deutlich, eben immer eine Wellenbewegung. Manche Entwicklungen sind so radikal, dass sie im Laufe der Jahre an Vehemenz verlieren. Gleichzeitig sind aber viele Errungenschaften heutzutage nicht mehr wegzudenken.

Was bedeutet also Gleichberechtigung heute? In der Diskussion kristallisiert sich das weiterhin bestehende Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern heraus. Immer noch leben wir in einer Männergesellschaft und diese Strukturen gilt es aufzulösen. Man bzw frau müsse die Gleichberechtigung des Unterschiedlichen anstreben.

Wird es also in Zukunft nicht mehr um die Frauenfrage, sondern um die Rechte des Menschen allgemein gehen? Sicher sind Fragen wie die Vereinbarkeit von Lebensentwürfen mehr in den Vordergrund gerückt, von den Folgen der Frauenbewegung in den 70ern profitieren wir noch heute, aber die feministischen Themen sind noch lange nicht zu Ende diskutiert. Der Dreh- und Angelpunkt bleibe zum Beispiel die Vereinbarkeit von Karriere und Familie.

Und welche Rolle spielen Buchhandlungen in dieser und noch kommender Bewegungen? Dazu sind sich ausnahmsweise alle einig. Es ist und bleibt ein nicht wegzudenkendes, mächtiges und einflussreiches Medium den eigenen Ideen und Zielen Gehör zu verschaffen.

 

Hintergrundinformationen zu den BücherFrauen e. V.

Das Branchen-Netzwerk BücherFrauen e. V.  wurde 1990 nach dem Vorbild der englischen Women in Publishing (WiP) in München gegründet. Mittlerweile bündelt der Verein die Interessen von fast 1000 deutschen Verlagsfrauen, Buchhändlerinnen, Übersetzerinnen und Frauen aus anderen Arbeitsbereichen rund ums Buch. Zielsetzung der BücherFrauen e. V. ist es, Kontakte herzustellen, Informationen und Erfahrungen auszutauschen, Jobs und Aufträge zu vermitteln, aber auch frauenspezifische Interessen in der Buchbranche zu vertreten. Bundesweit sind die BücherFrauen in Regionalgruppen organisiert, die eigenständig Schwerpunkte bestimmen sowie Veranstaltungen wie beispielsweise Fachvorträge, literarische Ausflüge oder Stammtische organisieren. Darüber hinaus bringen Mentoring-Projekte weibliche Nachwuchskräfte mit Führungsfrauen zusammen. Mehr Informationen zum Verein sowie den deutschlandweiten und regionalen Angeboten und Veranstaltungen im Internet unter www.buecherfrauen.de.

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